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Reference-Candle-Break im Index-Vergleich — FTSE, Dow & Nasdaq

2026-06-01·4 Min. Lesezeit·Timon Krüger

Datenbasis: FTSE / Dow / Nasdaq M5 + M1 (Bank-Broker, Bid-aggregiert), Jan 2018 – Feb 2026, 2.075–2.096 Handelstage je Konfiguration. Methodik identisch zur DAX-Studie. Keine Trading-Empfehlung, keine Renditezusage.

Diese Studie überträgt die Methodik der DAX-Reference-Candle-Studie auf drei weitere Indizes. Pro Index wird der Ausbruch aus einer Pre-Market-Referenzkerze analysiert; der Move endet bei der ersten Gegenkerze oder beim Stop-Loss-Touch der Gegenkante (1R Risiko) — was zuerst kommt.

Index Referenzkerze Cash-Open (lokal)
FTSE 100 15 Min (07:45–08:00) 08:00 London
Dow Jones 10 Min (09:20–09:30) 09:30 New York
Nasdaq 100 15 + 10 Min 09:30 New York

Frage 1a — Wie weit bricht der Preis aus?

Reichweite im Index-Vergleich

Setup R-Med (Pkt) ≥ 1R ≥ 2R ≥ 3R SL-Hit
DAX 10min (Ref.) 17,6 56,8 % 30,1 % 16,5 % 37,2 %
FTSE 15min 9,5 50,9 % 23,2 % 11,6 % 33,7 %
Dow 10min 34,6 57,0 % 34,6 % 19,1 % 43,9 %
NQ 15min 19,5 56,0 % 30,9 % 17,5 % 44,9 %
NQ 10min 16,7 60,9 % 36,5 % 21,9 % 48,7 %

Die Hit-Rate ≥ 1R liegt in einem engen Band: 50,9 % (FTSE) bis 60,9 % (NQ 10-Min). Die R-Ranges in Punkten unterscheiden sich stark (Dow 34,6 Pkt, FTSE nur 9,5) — aber durch die R-Normalisierung bleiben die Setups vergleichbar. FTSE läuft am seltensten bis zur Gegenkante zurück (SL 33,7 %).

Frage 1b — Lohnt sich der Richtungswechsel?

First Break vs Richtungswechsel

Setup Fehlausbruch Gegenseite bricht Opp ≥ 1R Reversal (% aller Tage)
FTSE 15min 49,1 % 91,0 % 42,3 % 18,9 %
Dow 10min 43,0 % 93,6 % 58,4 % 23,5 %
NQ 15min 44,0 % 93,5 % 57,6 % 23,7 %
NQ 10min 39,1 % 95,5 % 65,5 % 24,4 %

Wie beim DAX ist die Gegenbewegung überall schwächer als der erste Ausbruch. Am deutlichsten beim FTSE (nur 42,3 % der Gegen-Breaks erreichen 1R, Median 0,74 R). Der Richtungswechsel ist bei keinem Index eine gleichwertige Alternative.

Frage 2 — Timing dominiert überall

Break-Geschwindigkeit

Sofort-Breaks (≤ 15 s) sind bei allen Indizes am stärksten (53–62 % Hit ≥ 1R); spätere Breaks fallen klar ab.

Switch-Zeit

Auch beim Richtungswechsel gilt: der sofortige Gegen-Break (1 Bar) ist mit Abstand am erfolgreichsten (58–70 %), verzögerte Switches kollabieren. Identisch zum DAX-Befund.

Frage 3 — Offset bringt keinen Vorteil

Offset-Effekt

Bei allen Indizes sinkt die Hit-Rate mit zunehmendem Offset (z. B. FTSE 50,9 % → 38,1 % bei 1R). Der Sofort-Entry ist überall überlegen — exakt wie beim DAX.

Nasdaq — lohnt sich die engere Kerze?

NQ 15-Min vs 10-Min

Kennzahl NQ 15-Min NQ 10-Min
R-Range Median (Pkt) 19,5 16,7
Hit ≥ 1R 56,0 % 60,9 %
Median Move 1,21 R 1,39 R
Stop-Loss-Quote 44,9 % 48,7 %

Die engere 10-Min-Kerze liefert höhere R-Werte bei moderat höherer Stop-Quote — repliziert exakt den DAX-Befund (Frage 5): gleiche absolute Bewegung, kleineres Risiko → mehr R-Ausbeute.

Fazit (Cross-Asset)

Das Reference-Candle-Break-Muster ist über DAX, FTSE, Dow und Nasdaq konsistent (Hit ≥ 1R im Band 50,9–60,9 %). Die im DAX-Paper offene Frage der Übertragbarkeit ist damit positiv beantwortet — der Effekt ist nicht DAX-spezifisch. FTSE ist der schwächste Index, NQ/Dow die stärksten. Timing dominiert überall; ein Offset schadet; die engere Kerze hilft.

Nicht abgedeckt (nur im DAX-Einzelpaper): Asia-/ONR-Sweep, Profit-Faktor, Spread-Sensitivität. Single-Source-Daten; News-Events/Slippage nicht modelliert.


📄 Vollständige Studie als PDF

Disclaimer: Historische Statistiken sind keine Garantie für zukünftiges Marktverhalten. Keine Anlageberatung. Trading birgt Verlustrisiken bis zum Totalverlust.